Fanny de la Roche

Mutter Maria - Erste Oberin der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung

Mutter Maria war die erste Oberin der Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung. Nur wenige Jahre, von 1852 bis 1857, leitete sie die erst kurz zuvor von Bischof Ketteler gegründete Gemeinschaft der "Schul- und Krankenschwestern von der Göttlichen Vorsehung". Anfangs lebten die Schwestern in Finthen, später gründeten sie ein Waisenhaus in Sandbach im Odenwald. Dort starb Mutter Maria am 1. August 1857 an Typhus. Bis zuletzt hatte sie die ihr anvertrauten Waisenkinder und ihre Mitschwestern gepflegt. Alle überlebten die heimtückische Krankheit, nur sie nicht. Wer war diese bemerkenswerte Frau?

Getauft als Protestantin

Am 28. Oktober 1812 kam Fanny de la Roche zur Welt. Geboren wurde sie auf dem Sitz ihrer Familie in Wieblingen. Seit 1787 besaßen die Reichsfreiherren von Laroche-Starkenfels das Adelsgut in der Nähe von Heidelberg. Ihre Eltern waren Nach-fahren hugenottischer Glaubensflüchtlinge aus Burgund. Entsprechend der Familientradition ließen sie ihre kleine Tochter am 12. November 1812 in der Wieblinger Schlosskapelle nach reformiertem Ritus taufen – und zwar auf den Namen Stephanie Friederike Amalie Freiin de la Roche-Starkenfels. Die Familie rief sie Fanny. Was damals noch niemand ahnte: 1851 sollte Fanny die Gründungsmutter der Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung werden!

Übertritt zum Katholizismus

Am 16. Juni 1851 trat Fanny de la Roche zum katholischen Glauben über. Das war ein herber Schlag für ihre strenggläubige protestantische Familie. Aber obwohl sich die Ihren von ihr lossagten, ließ sich Fanny nicht beirren. Sie entschloss sich, einem Orden beizutreten und dachte zunächst an die Ursulinen. Ihr Vetter Max von Gagern empfahl sie stattdessen Bischof Ketteler. Der hatte just im selben Sommer 1851 mit dem Finthener Pfarrer Anton Autsch eine kleine Gruppe engagierter Frauen zusammengerufen die sich in dem Mainzer Vorort um die Erziehung junger Mädchen und die Pflege Armer kümmern sollten. Was dem Bischof fehlte, das war eine gebildete, gläubige Frau, die Schwestern zu leiten.

Noviziat in Ribeauvillé

Fanny de la Roche nahm am 29. September 1851 an der Gründung der "Genossenschaft der Schul- und Krankenschwestern von der Göttlichen Vorsehung" teil. Bischof Ketteler wollte die religiöse Entwicklung der Gemeinschaft nicht allein Pfarrer Autsch überlassen und empfahl Fanny de la Roche ein Noviziat. Sie übersiedete am 10. Oktober 1851 als Novizin ins Kloster zum heiligen Vinzenz von Paul im elsässischen Ribeauvillé und bekam dort ihren Namen "Schwester Maria". Ende Oktober 1852 kehrte Mutter Maria nach Finthen zurück. Am 15. November 1852 ernannte sie Bischof Ketteler zur Oberin und Novizenmeisterin der jungen Gemeinschaft.

Schwestern fürs Landvolk

Am 18. Juni 1854 legten Mutter Maria und sieben Schwestern ihre ersten Gelübde ab. Die kleine Gemeinschaft in Finthen entwickelte sich, wenn auch nicht ganz reibungslos. Mutter Marias adlige Herkunft und ihre feine, damenhafte Art war Pfarrer Autsch und möglicherweise auch einigen Schwestern ein Dorn im Auge. Der Dorfpastor beschwerte sich beim Bischof, er wolle kein Institut englischer oder französischer Fräuleins, sondern ein Institut von kernhaften Schwestern für das deutsche Landvolk. Was genau passierte, ist nicht überliefert, aber am 16. Mai 1855 wurde Mutter Maria ihrer Ämter enthoben und reiste ab nach Herrnsheim.

Mutter Maria eröffnet Waisenhaus

1856 übertrug Bischof Ketteler die Leitung des neuen "Sankt Marien-Waisenhaus" in Sandbach im Odenwald Schwester Maria. Das Haus war für junge Mädchen gedacht und bereits Weihnachten 1856 betreuten vier Schulschwestern elf junge Waisen. Schon Anfang 1857 erhielt das Heim die offizielle Genehmigung zur Einrichtung einer Schule. Die adlige Herkunft der Oberin förderte dabei sowohl die schnelle Genehmigung, als auch das Ansehen des Heimes. Der katholische Pfarrer aus Neustadt notierte damals: "Das adelige Herkommen der Frau Oberin flößte auch den Beamten Hochachtung ein … So war die Wahl dieser Oberin eine sehr gute."

Mutter Maria stirbt in Sandbach

Mutter Maria diente ihrer Gemeinschaft nur kurz. Schon 13 Monate nach der Eröffnung des Waisenhauses in Sandbach brach eine Typhusepidemie aus. Mutter Maria pflegte ihre Schützlinge und Mitschwestern. Alle erholten sich, nur sie starb am 1. August 1857 im Alter von erst 45 Jahren an der damals noch so tückischen Krankheit. Beigesetzt wurde Mutter Maria im benachbarten Neustadt. Zwei Jahre später beantragte ihre Nachfolgerin, Oberin Notburga, die Anlage eines kleinen Frieshofes im Garten des Sankt Marien-Waisenhauses. Dorthin ließ sie Mutter Maria im Oktober 1860 umbetten.

Schwestern betreuen Waisenhaus bis 1941

Die Schwestern wurden im Odenwald dringend gebraucht: Schon 1863 betreuten sie 120 Kinder in Sandbach. Erst die Nazis beendeten die Tradition und schlossen 1941 das kirchliche Waisenhaus. Danach wurden im Gebäude tuberkulosekranke Mädchen und Kinder gepflegt. Als das Bistum Mainz 1945 das Haus zurückbekam, bestand für Waisenpflege kein Bedarf mehr. Aus dem Haus wurde ein Alters- und Erholungsheim. 1990 übernahmen die Barmherzigen Schwestern von Alma das St. Marienhaus. Die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung fühlen sich ihren Nachfolgerinnen in Sandbach bis heute eng verbunden und besuchen regelmäßig das Grab ihrer Ordensmutter.

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