Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler

Gründer der Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung

Wilhelm Emmanuel von Ketteler wurde 1811 in Münster geboren. Er war der jüngste von drei Söhnen des Landrates Maximilian Freiherr von Ketteler (1779-1832) und seiner Gattin Clementine geb. von der Wenge (1778-1844). Ketteler galt als unruhiger Geist. Seine Eltern gaben ihn in die Jesuitenschule in Brig im Schweizer Kanton Wallis. Dort schloss er 1828 mit dem Abitur ab. Anschließend studierte er in Göttingen, Heidelberg, Berlin und München Recht und Staatswissenschaft. Er schloss sich einer Burschenschaft an und verlor in einem Duell seine Nasenspitze. 1835 trat Ketteler in den Staatsdienst ein und dachte zunächst an eine juristische Laufbahn.

Keine Kompromisse mit dem Staat

Bereits im Frühjahr 1838 quittierte Ketteler den Staatsdienst wieder. Grund dafür waren die "Kölner Ereignisse": Am 30. November 1837 hatte die Preußische Regierung den Kölner verhaftet, der sich geweigert hatte, die Vereinbarungen der Regierung mit den westdeutschen Bischöfen über Mischehen zu befolgen. Einem Staat, der die Aufopferung seines Gewissens fordere und sich in das Selbstbestimmungsrecht der Kirche einmische, wollte Ketteler nicht dienen. Er erwog, Priester zu werden. Sein Aufenthalt beim Bischof von Eichstatt im Sommer 1841 gab dabei den letzten Ausschlag. Er studierte in München Theologie und wurde 1844 in seiner Heimatstadt Münster zum Priester geweiht.

Vom Abgeordneten zum Bischof

Im Jahre 1848 kandidierte Wilhelm Emmanuel von Ketteler für die erste gesamtdeutsche Nationalversammlung und wurde in seinem Wahlkreis als Abgeordneter in die Paulskirche gewählt. Seine Leichenrede am Grab der brutal ermordeten Abgeordneten Auerswald und Lichnowsky machte den damaligen Bauernpastor über Nacht zur Berühmtheit. Zu Tausenden strömten die Mainzer zusammen, als Ketteler 1848 am ersten deutschen Katholikentag in Mainz die sozialen Fragen der Gegenwart erörterte. Zwei Jahre später, am 25. Juli 1850, wurde der populäre und streitbare Ketteler auf ausdrücklichen Wunsch Papst Pius’ IX. zum Bischof von Mainz geweiht. Er war damals 39 Jahre alt.

Sozial-Bischof kämpft für die Arbeiter

In Mainz entwickelte Ketteler die Seelsorge weiter, reformierte die Priesterausbildung, bewog zahlreiche Orden zur Wiederaufnahme ihrer Arbeit und baute das Schul- und Krankenhauswesen aus. 1851 initiierte er die Gründung des "Instituts der Schul- und Krankenschwestern von der göttlichen Vorsehung" in Mainz-Finthen, später wurde daraus die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung. Sein Hauptanliegen war die soziale Sicherung der Menschen, vor allem der armen Arbeiterfamilien, für die sich der Staat damals noch nicht zuständig fühlte. 1864 erschien Kettelers Buch "Die Arbeiterfrage und das Christentum".

Soziale Forderungen werden Gesetz

Zu den wichtigen Stationen in Kettelers Leben zählt seine Predigt auf der Liebfrauenheide bei Klein-Krotzenburg 1869. Vor 10.000 Arbeitern entwarf er sein Programm zur Lösung der "Sozialen Frage". Seine Forderungen wurden später Grundlage der neuen Sozialgesetzgebung. Dazu zählten: Erhöhung des Arbeitslohnes entsprechend dem "wahren Wert der Arbeit", Verkürzung der Arbeitszeit, Einführung von Ruhetagen, Verbot der Mädchen- und Kinderarbeit in Fabriken. 1871/72 war Bischof Ketteler Mitglied des deutschen Reichstags. Gemeinsam mit Ludwig Windthorst gründete er die Zentrumspartei als Gegengewicht zu Otto von Bismarck.

Tod auf der Rückreise aus Rom

"Ich habe mein ganzes Leben dem Dienste des armen Volkes gewidmet, und je mehr ich es kennengelernt, desto mehr habe ich es lieben gelernt." So sagte Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler als alter Mann im Rückblick auf sein Leben. Er starb am 13. Juli 1877 im Alter von 65 Jahren im Kapuzinerkloster Burghausen in Oberbayern. Bischof Ketteler war auf der Rückreise von Rom gewesen, wo er an den Feierlichkeiten zum 50jährigen Bischofsjubiläum von Papst Pius IX. teilgenommen hatte. Ketteler wurde am 18. Juli im Mainzer Dom beigesetzt.

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