Geschichte

Das Darmstädter Marienhospital zählt zu den herausragenden Jugendstilbauten der Stadt. Zumindest der historische Teil, das so genannte "Haus am Forellenteich". Das hatte sich der Darmstädter Maschinenbaufabrikant und Stadtverordnete, Kommerzienrat Johann Peter Michael Goebel 1905 vom ortsansässigen Architekten Karl Klee bauen lassen. Goebel wohnte allerdings nicht lange in seiner schönen Villa im Süden der Stadt. Er starb 1917. Danach veräußerten die Erben das Anwesen an die Familie Emmerling, die es wiederum 1929 an die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung verkaufte. Damit begann die Geschichte des Marienhospitals.

Die in Mainz 1851 von Bischof Emmanuel von Ketteler gegründete Ordensgemeinschaft beauftragte 1929 den jungen Darmstädter Architekten Dr. Max Melsheimer mit dem Umbau des herrschaftlichen Anwesens zum modernen Krankenhaus. Vor allem der große Park am Fuße des Naherholungsgebiets Ludwigshöhe eignete sich bestens zum Bau eines Krankenhauses. Er lag abseits vom Lärm der Stadt und direkt am Wald.
Melsheimers Krankenhaus wurde ein moderner Zweckbau. In der zweiten Julihälfte 1929 begannen die Bauarbeiter mit dem Ausschachten der Fundamente für den Neubau, bereits im November desselben Jahres feierten Planer und Bauherrschaft Richtfest, und am 7. Januar 1930 eröffneten die Ordensschwestern ihre Klinik mit 110 Betten. Dreißig davon standen in der umgebauten Goebelschen Villa, die übrigen 80 im Neubau. Dort lagen auch die modernen Operationssäle, die Röntgenabteilung und der Kreißsaal.

Mittlerweile hat das Marienhospital nur fünf Betten mehr. Allerdings genießen die Patienten heute den Komfort moderner Zwei- und Dreibettzimmer. Damals mussten sich sechs Kranke einen Raum teilen, und das war schon ein enormer Fortschritt, im Gegensatz zu den bis dahin üblichen 30-Betten-Sälen, in denen Patienten mit den unterschiedlichsten Diagnosen zusammen lagen.

In den neuen Zimmern, so erläuterte Architekt Melsheimer in seiner Baubeschreibung 1930, konnten Patienten mit gleicher Krankheit zusammengelegt und individuell betreut werden. Vierundfünfzig Betten nutzten damals die innere Abteilung, 20 davon standen im Altbau.
Weitere 21 Betten hatte die Klinik im zweiten Stock des Neubaus für Wöchnerinnen reserviert. Die Kinderabteilung im Erdgeschoss verfügte über 32 Betten. Auch die Isolierstation, 1930 noch mit drei Betten unverzichtbare Abteilung des kleinen Klinikums am Walde, ist in unserer Zeit nicht mehr nötig.

Selbstverständlich entsprachen Operationssäle, Kreißsaal und Röntgenabteilung damals modernstem Standard und wurden seither immer wieder grundlegend modernisiert, zuletzt beim großen Umbau zwischen 1990 und 1992. Völlig neu sind seit 1995 auch die Patientenzimmer gestaltet, aber Max Melsheimers Beschreibung der Krankenräume von 1930 lässt sich fast nahtlos auf heutige Verhältnisse übertragen. Nicht ohne planerischen Stolz notierte der Architekt damals: "Die Zimmer mit ihrem reichen Lichteinfall, ihrer hellen, freudigen Farbgebung, der wohnlichen Einrichtung und dem schönen Bildschmuck werden den Gedanken an das Krankenhaus erst gar nicht aufkommen lassen." Und er fügte – nicht minder aktuell – hinzu: "Die heitere Umgebung, der Blick in die schöne Natur, viel Luft und Sonne, sind für die Heilung ebenso wichtig, wie die Kunst des Arztes und die gute Pflege."

Neben der modernen Heizungsanlage, fließend warmem und kaltem Wasser in allen Zimmern und zahlreichen Bädern und Toiletten auf den Stationen, besaß das Marienhospital 1930 eine Telefonanlage mit 20 Sprechstellen. In vielen Krankenzimmern waren Anschlüsse installiert worden, und wer telefonieren wollte, der konnte sich einen transportablen Apparat ins Zimmer stellen lassen.

Nach wie vor stolz ist das Marienhospital auf seine gute Küche. Das war von Beginn an so. 1930 lag die Küche im Sockelgeschoss der alten Villa und war mit feinster Küchentechnik ausgestattet: Kohlen- und Gasherde der renommierten Darmstädter Firma Röder und Küchenmaschinen aus dem Alexanderwerk. Wäscherei und Mangelraum, natürlich ebenfalls mit allen Finessen moderner Großtechnik automatisiert, hatte Max Melsheimer in den ehemaligen Stallungen und der Remise der Goebelschen Villa untergebracht.

Die alte Jugendstilvilla genießt seit 1986 Denkmalschutz und wurde in den vergangenen Jahren umfassend saniert. Dabei ließ die Denkmalpflege auch das große, einem Pariser Metro-Eingang so ähnliche Glasdach am Eingang originalgetreu rekonstruieren. Putz, Fenster, Zierrat am Dach wie auch an den Fenstergittern und vor allem die alte Haustür strahlen in alter Pracht.
Auch im Innern des „Haus am Forellenteich“ entspricht manches noch dem Original, darunter viele schön verzierte Türen, das Treppenhaus, die Buntglasfenster im heutigen Café, die Holzvertäfelung. Den einstigen Speisesaal hatte Max Melsheimer 1930 zur Kapelle umgebaut. Sie ist für Patienten und Besucher des katholischen Krankenhauses zugänglich.

Das Marienhospital war und ist seit seiner Gründung nicht nur ein Krankenhaus, sondern auch Heimat der Ordensschwestern. Die ersten Ordensschwestern, die nach Darmstadt gingen, waren Schwester Arbogasta als Oberin, Schwester Iduberga als Küchenchefin und Schwester Wenzesla als Hauswirtschafterin. Ihre erste Unterkunft lag im zweiten Stock des Altbaus. Später übernahm die Ordensgemeinschaft der Schwestern von der Göttlichen Vorsehung auch die benachbarte, einer Burg sehr ähnliche Villa Schwab und baute sie zum Darmstädter Sitz des Conventes aus.

Seit Mai 2015 ist das Marienhospital ein Krankenhaus der Klinikum Darmstadt GmbH. 

Lernen Sie das Marienhospital und seinen Park bei einem Spaziergang besser kennen!

Kontakt

Sie erreichen das Marienhospital unter den Telefonnummern

06151 / 406 - 0

oder die Assistenz der Krankenhausleitung unter

06151 / 406 - 915

Gesundheitskonzern

Das Marienhospital gehört zum Gesundheitsdienstleister und kommunalen Maximalversorger 

Klinikum Darmstadt GmbH
Grafenstraße 9
64283 Darmstadt

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