Die Weaning-Station

Das Marienhospital bietet eine hochmoderne Intensivstation, auf der nicht nur Patienten nach operativen Eingriffen und im Rahmen der Notfallversorgung behandelt, sondern mit großem Erfolg langzeitbeatmete Patienten vom Beatmungsgerät entwöhnt werden. Seit Juli 2016 befindet sich diese Weaning-Station als Abteilung des Marienhospitals am Klinikum Darmstadt am Standort Grafenstraße

Modernste Beatmungs-, Mobilisations- und atemtherapeutische Geräte kommen hierbei zum Einsatz. Daneben unterstützen wir unsere Patienten auch in seelsorgerischen Belangen um einen ganzheitlichen Therapieansatz zu wahren.

Neben diesen Geräten stehen uns die Möglichkeiten vier Patienten zu dialysieren und zwei Patienten mittels kontinuierlichem Nierenersatzverfahren zu behandeln, kardiologische Untersuchungs- und Therapieverfahren und Schluckdiagnostik zur Verfügung. ln Zusammenarbeit mit den Chirurgen unseres Hauses und einer Wundmanagerin können wir Wundheilungsstörungen wie Druckgeschwüre (Dekubitalulcera) versorgen.

Im Rahmen unseres Post Weaning Care kümmern wir uns zusammen mit unserem Sozialdienst um die Weiterbehandlung unserer Patienten in entsprechenden Rehabilitationseinrichtungen, um die Möglichkeiten der Heimbeatmung und sind beratend im ambulanten Bereich tätig.

Die Anfänge der Weaning-Station

Seit 2009 hat das St. Rochus Krankenhaus in Dieburg eine hochmoderne Intensivstation betrieben, auf der nicht nur Patienten nach operativen Eingriffen und im Rahmen der Notfallversorgung behandelt, sondern mit großem Erfolg langzeitbeatmete Patienten vom Beatmungsgerät entwöhnt wurden. Seit Juli 2016 befindet sich diese Weaning-Station, die nun als eine Abteilung des Marienhospitals Darmstadt am Klinikum Darmstadt am Standort Grafenstraße betrieben wird. 

Häufig ist es schwierig, den Patienten vom Beatmungsgerät wieder zum selbständigen Atmen zu bringen, vor allem wenn sehr lange künstlich beatmet wurde oder bereits vor der Beatmung Lungenerkrankungen vorhanden waren. Der eigene Atemantrieb muss Schritt für Schritt wieder mobilisiert werden. Das ist ein schwieriger Prozess, der meist mehrere Wochen intensiver komplexer Behandlung bedarf. Dadurch, dass die Atemmuskulatur länger nicht beansprucht wurde, ist sie sehr geschrumpft. Bereits nach 24 Stunden Nichtnutzung beginnt ein messbarer Abbau der Atemmuskulatur, insbesondere beim größten Atemmuskel, dem Zwerchfell.

Einen Namen hat sich seine Weaning-Station über die Grenzen des Rhein-Main-Gebietes hinaus durch seine Spezialisierung auf das sogenannte prolongierte Weaning gemacht – die Beatmungsentwöhnung nach mindestens drei gescheiterten Spontanatmungsversuchen. Patienten, bei denen mehrere Versuche wieder selbständig zu atmen scheiterten, werden von Krankenhäusern und Universitätskliniken dann an das St. Rochus Krankenhaus zur Entwöhnung überwiesen. 

Dies ist eine zeitaufwändige und fachlich anspruchsvolle pflegerische und ärztliche Tätigkeit, die das Team der Weaning-Station mit Freude im Sinne unserer Patienten angeht.

Was ist Weaning?

Künstliche Beatmung trägt dazu bei, Leben zu retten und zu erhalten. Schwere Erkrankungen führen häufig dazu, dass Menschen nicht mehr in der Lage sind, aus eigener Kraft genügend Sauerstoff aufzunehmen. Ist die selbständige Atmung (Spontanatmung) beeinträchtigt oder versagt komplett, braucht der Mensch Unterstützung beim Atmen oder muss künstlich über einen in die Luftröhre eingeführten Schlauch (Tubus) beatmet werden. Dann übernimmt ein computergesteuertes Beatmungsgerät (Respirator) die Funktionen der menschlichen Lunge.

Atmungsmechanismen wie Anzahl und Tiefe der Atmung lassen sich individuell auf die Bedürfnisse des Patienten einstellen. Die körpereigene Atemmuskulatur wird dadurch entlastet. Allerdings besteht auch die Gefahr, dass sich der Körper daran gewöhnt, die eigene Atemmuskulatur nicht einzusetzen, je länger die künstliche Beatmung andauert. Hat sich der Zustand des Patienten verbessert, aufgrund dessen die künstliche Beatmung erfolgte, beginnt der Prozess der Entwöhnung vom Beatmungsgerät – das sogenannte Weaning.

Service & Dienstleistungen

Allen Patienten der Weaning-Station steht die Physikalische Therapie der Klinikum Darmstadt GmbH zur Seite.

Die Physiotherapie ist eine an der Pathologie und Physiologie orientierte Bewegungstherapie und nutzt spezielle Behandlungstechniken. Mit ihren Behandlungskonzepten ist die Physiotherapie in der Lage, Hilfen zur Entwicklung, zum Erhalt oder zur Wiederherstellung von Funktionen sowohl im somatischen als auch im psychischen Bereich zu geben. Maßnahmen der physikalischen Therapie wie z.B. Massagen, Elektrotherapie, Kälte- und Wärmebehandlungen ergänzen die aktive Therapie.

Ansprechpartnerin im Klinikum Darmstadt:
Anke Bettermann, Leiterin der Physikalischen Therapie
Tel.: 06151 / 107 - 6122
E-Mail: physio@mail.klinikum-darmstadt.de

Infos zur Physikalischen Therapie

Ebenso steht allen Patienten und deren Angehörigen der Weaning-Station der Sozialdienst der Klinikum Darmstadt GmbH zur Seite.

Aufgabe des Sozialdienstes ist es, für diejenigen Patienten, die nach ihrer Entlassung auf fremde Hilfe angewiesen sein könnten, alles Notwendige zu organisieren: Egal ob Kur oder Reha-Maßnahme, häusliche Pflege, Kurzzeitpflege oder Umzug in eine Pflegeeinrichtung, die Versorgung mit Pflegehilfsmittel wie zum Beispiel einem Gehwagen, „Essen auf Rädern“ und hauswirtschaftliche Versorgung - dies alles wird hier in die Wege geleitet. Unser Ziel ist, am Entlassungstag die für den Patienten beste Lösung nicht nur gefunden, sondern auch schon realisiert zu haben.

Informationen und Ansprechpartner: Sozialdienst am Marienhospital