Pneumologie

Lungenerkrankungen reichen von Asthma über Tuberkulose bis hin zum Lungenkarzinom. Am  Marienhospital werden jährlich etwa 1.400 Patienten von zwei Pneumologen behandelt. Die Bronchoskopie, der Blick in die Lunge, gehört mit 300 Eingriffen im Jahr zur fachärztlichen Routine.

Bis es so weit ist und der Pneumologe tatsächlich eine Bronchoskopie vornimmt, führt der Weg aber zuerst in die fachärztliche Praxis. Denn Atemnot, Husten, allgemeine Schwäche und Fieber können auf verschiedene Lungenerkrankungen hinweisen. Auch der Schatten auf der Lunge, der per Röntgenuntersuchung sichtbar wird, kann auf eine Lungenentzündung ebenso hindeuten wie auf einen Tumor. Das Röntgenbild liefert den Verdacht, die Bronchoskopie ermöglicht die Diagnose. Dabei sind vier Erkrankungsfelder zu unterscheiden:

  • entzündliche Lungenerkrankungen (Pneumonien, Tuberkulose, rheumatische Prozesse)
  • Erkrankungen mit Gewebsveränderungen (Tumoren, Fibrosen, Sarkoidosen)
  • obstruktive Atemwegserkrankungen mit verengten Bronchien (wie angeborenes Asthma bronchiale oder die Raucherlunge COPD)
  • Schlafmedizin

Bronchoskopie

Eine Bronchoskopie wird stationär zumeist unter Narkose durchgeführt. Während der 20- bis 30-minütigen Untersuchung blickt der Pneumologe in die Bronchien und betrachtet so die Lunge von innen. Dabei schiebt der Facharzt das mit einem optischen System und Arbeitskanälen ausgestattete flexible Bronchoskop über den Mund oder die Nase in die Luftröhre und weiter in die Bronchien. Über einen Monitor folgt er den immer feiner werdenden Verästelungen bis zu der Stelle, an der zuvor der Schatten auf der Lunge festgestellt wurde. Um auch in die engsten Verästelungen der Bronchien zu gelangen, ist ein feineres bronchoskopisches Instrumentarium nötig. Dies ermöglicht die sogenannte transbronchiale röntgengesteuerte Biopsie (TBB). Dabei macht der Pneumologe auch die engsten Verästelungen der Bronchien am Monitor sichtbar. Von außen kontrolliert er über ein Röntgensystem die Lage der Bronchoskopspitze und kann so mit der Biopsiezange auch krankhafte Prozesse in der Organumgebung klären.


Schleimprobe

Mittels einer Spülung kann zunächst eine Schleimprobe aus dem Bereich des Lungenschattens entnommen werden. Finden sich in der Probe Keime, so liegt je nach genauem bakteriellen Befund ein entzündlicher Prozess wie eine Pneumonie oder Tuberkulose (TBC) vor.


Gewebeprobe

Ergibt die Schleimprobe keinen weiteren Befund, so wird ein
weiteres bronchoskopisches Diagnoseverfahren angewandt, bei dem eine  Gewebeprobe aus der Lunge entnommen wird, die dann vom Lungenpathologen untersucht wird. Mögliche Diagnosen: Fibrose, Sarkoidose oder Collagenose. Diese Erkrankungen können medikamentös therapiert werden.


Lungenkarzinom

Ein operativer Eingriff wird allerdings nötig, wenn eines der zehn verschiedenen bösartigen Lungenkarzinome diagnostiziert wurde. Während des operativen Eingriffs wird das kranke Gewebe samt gesunder Gewebeumgebung herausgeschnitten, um sicherzustellen,
dass der gesamte Tumor entfernt wird. Da Bronchialkarzinome allerdings zu sogenannten Mikrometastasen neigen, die kaum sichtbar sind, erfolgt im Anschluss an die Operation meist noch eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie.

Akita Jet

Der Akita Jet ist ein moderner Apparat und gehört noch nicht zum Standard. Dieser unscheinbare kleine schwarze Kasten steckt voller Elektronik und garantiert, was herkömmliche Inhalationsapparate
nicht gewährleisten können: Er dosiert jeden Sprühstoß elektronisch und sorgt dafür, dass das Medikament dort ankommt, wo es heilen und lindern soll – das Gerät ist Atemzuggetriggert.
Der Akita Jet ist handlich und hat einen praktischen Trageriemen. Patienten können sich also während der Behandlung mit dem Gerät bewegen.

Der Akita Jet kommt speziell bei den Patienten zum Einsatz, bei denen ein Teil der Medikamente beim Inhalieren auf dem Weg in die
Lunge verloren geht und nicht bis in die letzten Verästelungen der Lunge vordringt. Das heißt, ein Teil der Medikamente verpufft wirkungslos. Das ist aber nicht im Sinne der Patienten und erschwert den Ärzten die Dosierung.

VibraVest

Wer schon einmal einen schweren Husten und vielleicht noch Wochen später Probleme mit dem Abhusten und Atmen hatte, der ahnt, wie sehr manche Patienten leiden: Sie möchten husten und ihre Lunge vom zähen Schleim befreien, aber der löst sich nicht. Zäh verklebt er die Lunge und erschwert das Atmen. Betroffen davon sind vor allem Patienten mit chronischer Bronchitis, aber auch Menschen mit starkem Raucherhusten.

Bei ihnen sind die Bronchialschleimhäute so degeneriert, dass
sie nicht mehr automatisch abhusten können. Weil Abhusten aber wichtig ist, damit die Patienten tief atmen und ihren Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgen können, muss das Abhusten anderweitig ausgelöst werden. Etwa durch Klopfen von außen. Genau dabei hilft die sogenannte VibraVest. Die VibraVest ähnelt auf den ersten Blick einer Schwimmweste. Sie garantiert allerdings keinen Auftrieb, denn sie ist extrem schwer. Die VibraVest vibriert. Durch kontrollierte Vibrationen auf Rücken und Brust löst sie den Schleim in der Lunge. Bereits fünf Minuten, dreimal täglich, bringen Patienten Erleichterung und verbessern die Lebensqualität erheblich. Sie können wieder abhusten, bekommen leichter Luft – was nicht nur belebt, sondern auch die Infektionsgefahr reduziert.

Kontakt

So erreichen Sie die Pneumologen (Lungenfachärzte) des Marienhospitals:

Dr. med. Andreas Forster 
Dr. med. Konrad Kneser 


Tel.: 06151-428760
E-Mail: info@lungenpraxis-darmstadt.de
www.lungenpraxis-darmstadt.de