Herzproblemen auf der Spur

Die Klinik für Innere Medizin hat sich unter der neuen Leitung von Chefarzt Dr. Peter A. Oberst auf nicht-invasive Kardiologie spezialisiert. Die Klinik bietet eine solide nicht-invasive kardiovaskuläre Diagnostik, „nicht-invasiv“ heißt soviel wie: Die Untersuchungen werden ohne Schnitte und Operation von außen durchgeführt.

Eckpfeiler der Herzdiagnostik sind Ruhe- und Belastungs-EKG, der Herz-Ultraschall und die Stressecho-Kardiografie. Dabei handelt es sich um einen erweiterten Belastungstest, der zu über 90% dynamisch (d. h. nicht medikamentös) durchgeführt: quasi ein Belastungs-EKG unter Ultraschallbeobachtung.

Bei der Stressecho-Kardiografie liegen Patienten auf einem speziellen Liegefahrrad (Ergoline), das kürzlich erst für 8000 Euro angeschafft wurde. Der Patient tritt kräftig in die Pedale, und im Ultraschall ist sofort sichtbar, was das Herz macht. So lassen sich vor allem Herzmuskelschwächen, die indirekt auf eine relevante Verengungen der Herzkranzgefäße hinweisen, dank dieser Methode schnell entdecken. In der herkömmlichen EKG-Untersuchung bleiben dagegen rund 30 Prozent der krankhaften Verengungen unentdeckt.

Eine weitere Diagnostikmethode, auf die sich Dr. Oberst spezialisiert hat, ist die sogenannte Schluckecho-Kardiografie, kurz TEE (engl.: transesophageal echocardiography). Das kommt vom lateinischen „transösophageale Echokardiographie“ und heißt so viel wie „durch die Wand des Ösophagus“, spricht durch die Wand der Speiseröhre. Der Patient schluckt dabei, wie bei einer Magenspiegelung einen Schlauch, an dessen Ende ein Ultraschallkopf eingebaut ist. Mit diesem Ultraschallkopf kommt der Arzt über die Speiseröhre ganz nah ans Herz heran und kann auf dem Monitor das Herz und seine Klappen in allen Details erkennen.

Diese Diagnostik setzen die Spezialisten ein, wenn sie eine Entzündung der Herzklappen vermuten. Oder wenn bei Herzrhythmusstörungen Blutgerinnsel im linken Vorhof möglich sind. Denn die Ursache eines Schlaganfalls kann auch im Herzen liegen, insbesondere bei Defekten in der Vorhofscheidewand. Deshalb ist bei der Diagnostik und Therapie eines Schlaganfalls immer auch der Kardiologe gefragt. Das Schlucken des Ultraschallkopfes ist kein Problem. Die meisten Patienten haben dank eines Rachensprays wenig Mühe damit.

Zu den sogenannten halbinvasiven Diagnoseverfahren gehört auch die subkutane Diagnostik von unklaren Bewußtlosigkeiten (Synkopen) und Herzrhythmusstörungen. Hier eignet sich die Implantation eines Ereignis- bzw. Event-Recorder. Dabei wird dem Patienten ein kleiner Monitor in der Größe eines USB-Sticks unter die Haut „gelegt“, der bis zu drei Jahren liegen bleiben kann. So lange hält die Batterieleistung. Anfang dieses Jahres wurde die Weiterentwicklung dieses Monitors vorgestellt. Seit Februar ist er auf den Markt, der neue Herzmonitor, der aufgrund seiner kleinen Größe unter die Haut injiziert werden kann.

Zur täglichen Routine in der Klinik für Innere Medizin im Marienhospital zählen auch Doppler- oder duplexsonografische Untersuchungen der Gefäße. So zeigen sich Wandverdickungen, Ablagerungen (sogenannte Plaques), Verengungen oder gar Verschlüsse, daraus lassen sich auf mögliche Veränderungen in andere Gefäßen im Körper schließen, wie z. B. die Herzkranzgefäße. Gerade Diabetiker neigen häufiger zu Bluthochdruck und Herzinfarkten, weil ihre Gefäße schneller altern. Sie sollten deshalb engmaschiger und regelmäßig untersucht werden.

Kontakt

Sekretariat Dr. Peter A. Oberst

Erika Höpfner
Telefon: 06151 / 406 - 231
Fax: 06151 / 406 - 232

E-Mail: innere@marienhospital-darmstadt.de


Stationsleitung

Christel Fischer
Telefon: 06151 / 406 - 250


Informationsflyer

Klinik für Innere Medizin (PDF)